Lassen Sie sich nicht instrumentalisieren

Und wieder einmal wollen wir Routinedenkmäler einreißen, weil: „Andere Perspektiven verändern Wahrnehmungen und Wahrheiten„!

Heute eine Anregung für Führungskräfte, die zu oft mit Gerüchten und destruktivem „Ich weiß was …“ konfrontiert werden. Und deren negativen Auswirkungen auf das Arbeitsumfeld. Deshalb: „Das hör´ ich mir jetzt nicht an!“

Werden Sie in Ihrem beruflichen Alltag mit folgenden Ansprachen konfrontiert:
„Hast Du schon gehört, dass der XY …? Ich glaube ja, dass der …“
„Die ABC hat ja ganz merkwürdige Ansichten. Ich habe gehört …“
„Das muss ich Ihnen unbedingt erzählen …“
„Haben Sie schon das Neueste gehört …“
„Wussten Sie schon, dass der XYZ …“

…. und dann wird wieder mal die Gerüchteküche angeheizt und zum Brodeln gebracht. Es gibt da keine Unterschiede in den Hierarchieebenen. Die Subtilität, das Hintenherum nimmt nach oben eher etwas zu. Geschulte Kommunikation und beeinflussende Taktik verschleiern oft die Motive!

Wie reagieren Sie auf derlei Ansprachen? Oft wird ins Feld geführt und gerechtfertigt, dass das ja zur ganz normalen menschlichen oder auch betrieblichen Kommunikation gehört. Ihre Einordnung kann ich Ihnen nicht abnehmen.

Als Führungskraft haben Sie allerdings den Einfluss der Kommunikation auf das Ganze im Auge zu behalten. Und in vielen Fällen führen Gerüchte, Tratsch und Klatsch weg vom gewollten Führungsziel, das neben Effektivität und Effizienz auch im gedeihlichen Miteinander liegt.

Zu diesem Thema habe ich als praktischen Tipp eine schöne Parabel, die man Sokrates zuschreibt und deren Erkenntnis auch sofort anwendbar ist:

Die drei Siebe

Eines Tages kam ein Bekannter zum griechischen Philosophen Sokrates gelaufen.
„Höre, Sokrates, ich muss dir berichten, wie dein Freund….“
„Halt ein“ unterbrach ihn der Philosoph.
„Hast du das, was du mir sagen willst, durch drei Siebe gesiebt?“
„Drei Siebe? Welche?“ fragte der andere verwundert.
„Ja! Drei Siebe! Das erste ist das Sieb der Wahrheit. Hast du das, was du mir berichten willst, geprüft ob es auch wahr ist?“
„Nein, ich hörte es erzählen, und…“
„Nun, so hast du sicher mit dem zweiten Sieb, dem Sieb der Güte, geprüft. „Ist das, was du mir erzählen willst, wenn es schon nicht wahr ist, wenigstens gut?“
Der andere zögerte. „Nein, das ist es eigentlich nicht. Im Gegenteil…..“
„Nun“, unterbrach ihn Sokrates. „so wollen wir noch das dritte Sieb der Notwendigkeit nehmen und uns fragen ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so zu erregen scheint.“
„Notwendig gerade nicht….“
„Also“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir eben sagen wolltest, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste weder dich noch mich damit.“

Nehmen Sie diese Parabel zum Anlass, um dem ein oder anderen Schwadronierer und Gerüchteverbreiter in Ihrem Umfeld zu reflektieren. Und ihn oder sie zum Nachdenken über das Wesentliche seiner/ihrer Aufgabe zu bringen.
Dadurch vermeiden Sie auch, dass sich unnötiger Gedanken-Ballast in Ihnen und bei Ihrem Umfeld anhäuft. Dieser Gedanken-Ballast wandelt sich nämlich gerne in überflüssigen Handlungs-Ballast um. Und der kostet, was auch immer!
Diese wirkungsvolle Methode lässt sich auch sehr gut in der privaten Kommunikation einsetzen, wenn in Ihrem Umfeld die Gerüchte- und „Ich weiß was“-Spezialisten auf der Jagd nach Opfern sind.

Nachdenkens wert ist hierzu ein Zitat von André Brie:
Die Liebhaber von Gerüchten haben ein offenes Ohr für Probleme, vor denen sie die Augen verschließen.“

Frohes, gesundes und erfolgreiches Schaffen wünscht Ihnen
Ihr Spezialist für das „Eigentlich“

Peter Saulus

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