Wann, wenn nicht jetzt?

Diesmal ein FührungsTipp der nur indirekt, aber elementar mit Mitarbeiterführung zu tun hat. Ausgangspunkt ist die Startfrage:
„Wann haben Sie das letzte Mal für sich dazugelernt bzw. sich weiter gebildet?“

Auf diese Frage antwortete in einem Seminar im Februar diesen Jahres ein Teilnehmer: „Ich schaue jeden Abend die Tagesschau.“

Wenn es nicht so ernst wäre, dann würde ich diese Aussage in die Kategorie „Humor“ einordnen. Auch wenn ein Wissen über die Tagesaktualität nicht schädlich sein muss.
Gespräche im Führungskreis erinnern mich dann an die Widersprüchlichkeit, die oft in der Kindererziehung zu beobachten ist.
Da spiegeln so Aussagen wie:
– „Wenn man nichts lernt, dann kommt man nicht weiter / wird man nichts.“
– „Es ist wichtig, dass man immer offen für Neues ist.“
– „Ohne Lernen und Weiterbildung bleibt man auf der Strecke.“   usw.
wider, dass der „man“ tolle Ratschläge für andere hat, aber das „Ich“ nicht immer Vorbild ist.

Lernen, sich weiterbilden und auf dem erforderlichen Stand der Dinge seines Jobs und der eigenen Persönlichkeit zu sein, gehört heute genauso dazu, wie die Arbeit selbst. Nicht die „Ich hab mal was Tolles studiert/gelernt“ sind die Chancendenker, sondern diejenigen, die ihr Lernen im Fokus haben und erkennen, dass Führungskräfte lebenslang Lernende sein sollten.

Festzustellen ist auch, dass, wer zu lange nichts mehr für sich getan hat, Angst vor neuem Lernen hat. Völlig unbegründet! Wenn nicht jetzt wann dann? Nur im Urlaub? Erst in der Rente? Das ist zu wenig und zu spät! Keine Zeit ist da oft der Spruch der Resignierer und keinesfalls der pro-Aktiven.
Also, wann wollen Sie anfangen? Heute ist Ihr bester Tag … und übrigens der Erste vom Rest Ihres Lebens.

Welche Möglichkeiten haben Sie, um (wieder einmal) dazu zu lernen:

  1. Sie überprüfen Ihren Status.
    • Wie lange ist Ihr letztes Lernen Ihre letzte Weiterbildung her?
    • Sie beantworten die Sinnfrage (sonst ist es nicht sinnvoll).
  2. Sie werfen ein selbstkritisches Auge auf das, was Sie schon lange vor sich herschieben.
    • z. B. der seit 5 Jahren verschobene Sprachkurs, ein längst fälliges Kompetenztraining o. ä.
    • Überprüfen Sie den Sinn- und Lustfaktor. Gegebenenfalls streichen Sie Altes und konzentrieren sich auf etwas Neues.
    • Sie haben eine priorisierte Liste, auf der Ihre Themen stehen.
  3. Sie legen sich jetzt fest auf Ihre Priorität 1 (wer die Zeit hat auch auf die 2 oder mehr)
    • Information – Verpflichtung – Terminierung
    • Reservieren Sie unumstößliche Zeiten dafür
  4. Sie erzählen es Anderen
    • Etwas „Nachfragedruck“ schadet nie.
  5. Sie tauschen sich mit Ihren neuen Erfahrungen aus, um sie zu festigen.
    • Ordner, die seit Jahren in den Regalen dahinrotten, bringen außer Platznotstand nichts.
    • In unseren Seminaren gibt es eine Merkkarten-Mappe; der gelegentlich Blick auf die ein oder andere Merkkarte hält das Wissen wach.
  6. Sie haben ein Auge auf für Sie interessante Fachliteratur, weil Sie wissen, dass (das Richtige) Lesen ebenfalls bildet und nutzen ggf.  vorhandene Warte- oder Reisezeit dafür.

Wenn Sie nun den Weg der Vorbildlichkeit zu diesem Thema beschritten haben, dann geben Sie als Verantwortlicher auch den Mitarbeitern eine Chance!
Jeder von uns ist auch oft genug Kunde und kann ein Lied davon singen, wie es ist, sich mit inkompetenten, schlecht ausgebildeteten Anbietern herumschlagen zu müssen. Die meisten von uns reflektieren das aber nicht, sondern weichen unbemerkt auf Kompetenz, ansprechende Persönlichkeit und zukunftsorienterte Angebote aus.

Kleine Zwischenfrage: Wissen Sie, wie Ihre Kunden die Zusammenarbeit mit Ihrem Unternehmen bzw. Ihren Mitarbeitern bewerten/sehen/erleben? Verantwortlich für die Antworten sind die Führungskräfte!

Hierzu noch ein Zitat von Gerhard Hauptmann, dem ich gerne beipflichte:
„Sobald man in einer Sache Meister geworden ist, soll man in einer neuen Schüler werden.“

Frohes, gesundes und erfolgreiches Schaffen wünscht Ihnen
Ihr Spezialist für das „Eigentlich“

Peter Saulus

Zu diesem und weiteren Führungsthemen starten wir ab 18. April 2016 wieder ein Kompetenz-Seminar für Führungskräfte in München.

Ausführlicher und ergänzend auch nachzulesen in meinem Buch :“Führen ohne Leiden“, Springer-Gabler.
Leiten Sie diese Zeilen gerne an Ihre Führungskräfte und Mitarbeiter weiter oder melden Sie diese zu diesem monatlichen Führungs-Tipp an ( http://blog.integral-management.de/ ).

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